Allein über die Alpen - Etappe 1: Gmund bis Wildbad Kreuth über den Tegernseer Höhenweg
Diese Etappe markiert den Anfang meiner Alpenüberquerung zu Fuß von Tegernsee nach Sterzing. In diesem Erfahrungsbericht zu Etappe 1 nehme ich dich mit auf meinen ersten Tag - von Gmund bis Wildbad Kreuth über den Tegernseer Höhenweg. Mit dabei: Kühe, Kässpätzle, eine historische Ruderfähre und die Erkenntnis, dass neue Wanderschuhe keine gute Idee waren.
Tipp: Am Ende dieses Beitrags zeige ich dir, wie ich meine Tour in ein stilvolles Höhenprofil-Kunstwerk für Zuhause als Erinnerung an meine Alpenüberquerung verwandelt habe.
ℹ️ Alpenüberquerung Tegernsee-Sterzing - Etappe 1 auf einen Blick
- Start: Gmund am Tegernsee
- Ziel: Wildbad Kreuth
- Distanz: ca. 6-22 km (je nach Variante)
- Höhenmeter: ↑ 250 m / ↓ 180 m
- Gehzeit: variabel, ideal zum Ankommen
- Schwierigkeit: leicht
- Besonderheiten: Tegernseer Höhenweg, historische Ruderfähre
- Meine Erfahrung: perfekter Einstieg, entspannt, landschaftlich stark, gut zum Ankommen

Alpenüberquerung Etappe 1 - variabel und entspannt: Während der offizielle Weg (blau) bis Wildbad Kreuth führt, bin ich (rot) wegen einer schmerzhaften Blase am Fuß nur bis zur Wallbergbahn gelaufen. Dank Busanbindung und Übernachtung am Tegernsee völlig unkompliziert.
Mein erster Tag allein über die Alpen
Eigentlich wollte ich diese Weitwanderung selbst organisieren. Wirklich. Ich liebe Planung, Routenbastelei und das Gefühl, alles selbst in der Hand zu haben. Aber irgendwann musste ich mir eingestehen: Es war schlicht nicht machbar. Keine Unterkunft wollte mir so weit im Voraus nur für eine einzelne Nacht ein Zimmer zusagen. Genau an diesem Punkt habe ich mich entschieden, die Alpenüberquerung ohne Bergführer über www.die-alpenueberquerung.de zu buchen.
Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung. Die Kombination aus Freiheit und Komfort hat perfekt zu mir gepasst: vorgebuchte Unterkünfte mit Halbpension, täglicher Gepäcktransport und sogar die Rückfahrt von Sterzing zurück zum Startpunkt. Kein Bergführer, keine Gruppe, kein fixes Tempo. Ich musste mich nur um das kümmern, was ich am liebsten mache: gehen.
Und ich bin diese Weitwanderung alleine gegangen. Ganz bewusst. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als alleine durch die Berge zu laufen. Mein Tempo, meine Pausen, meine Gedanken und mein eigener Rhythmus.
Start in Gmund: Sonne, Vorfreude und ein Container voller Koffer
Kurz vor der Tour war ich noch krank gewesen. Angina. Und trotzdem saß ich wenige Tage später wieder im Auto, auf dem Weg nach Gmund. Als ich auf dem Parkplatz bei der Freizeitanlage Oedberg ankam (etwa vier Kilometer südöstlich der Ortsmitte) war da dieses Gefühl zwischen Erleichterung und Nervenkitzel. Hier standen auch andere Autos von Alpenüberquerern, und es gab extra ausgewiesene Stellplätze für die Tour (20 € für acht Tage).
Ich stellte meinen Koffer in den markierten Container für den Gepäcktransport. Der Container war mit einem Zahlenschloss gesichert, die Kombination hatte ich ein paar Tage zuvor mit den Reiseunterlagen per Post bekommen. Koffer rein, Rucksack schultern, und los geht’s.
Ankommen auf dem Tegernseer Höhenweg
Vom Parkplatz aus folgt man dem markanten "Ü"-Schild der Alpenüberquerung und steigt langsam in den Tegernseer Höhenweg ein. Die ersten Kilometer führen durch satte Wiesen und lichte Wälder. Der Tegernseer Höhenweg trägt seinem Namen alle Ehre: Immer wieder öffnet sich der Blick auf den türkisblauen Tegernsee und die umliegenden Berge. Es ist still, die Kühe auf den Weiden grasen friedlich und verbreiten eine richtig beruhigende Atmosphäre. Ich liebe Kühe. Ihre Ruhe steckt an! Mehrmals bleibe ich stehen, genieße den Panoramaausblick und höre einfach die Natur. Dieser Abschnitt ist ein ideales Einsteiger-Erlebnis: technisch leicht, aber landschaftlich beeindruckend. Hier hat jede Wanderin und jeder Wanderer die perfekte Gelegenheit, langsam in den Rhythmus einer mehrtägigen Tour zu finden.
Erfrischung in Tegernsee: Eis & meine erste Blase am Fuß
Nach etwa anderthalb Stunden erreiche ich die kleine Ortschaft Tegernsee am Nordufer des Sees. Hier lege ich eine wohlverdiente Pause ein und gönne mir erst mal zwei Kugeln Eis an der malerischen Uferpromenade (Vanille und Erdbeer, falls du dich fragst). Der See glitzert, dahinter ragen die Berge auf. So muss ein erster Wandertag anfangen! Leider merke ich schnell, dass es eine erste Blase hinten an der Ferse gibt. Großer Fehler, neue Schuhe am ersten Tag! Aber mit Pflaster und Durchhaltevermögen nehme ich das einfach mit Humor. Schließlich habe ich ja Zeit und das Panorama lenkt mich grandios ab.
Diese Fähre! Ein echtes Highlight
Kurz hinter Tegernsee wartet ein kleines Highlight: die historische Ruderfähre nach Rottach-Egern, die einen ganz ohne Motor ans gegenüberliegende Ufer bringt. Schon King Max I. Joseph von Bayern nutzte im 19. Jahrhundert genau diese Fähre („Überführer“ genannt), um sich den Umweg um die Tegernseer Bucht zu sparen. Und auch heute ist es ein Erlebnis wie aus einer anderen Zeit. Ich läute an der kleinen Glocke am Ufer, und wenig später legt das hölzerne Bötchen ab, begleitet vom leisen Knarzen des Holzes und einem freundlichen Nicken des Fährmanns. Kein Motorenlärm, keine Hektik. Nur das rhythmische Eintauchen der Ruderblätter ins Wasser.
Wer sich die Ruderfähre gönnt, zahlt übrigens nur 3,10 € - und bekommt dafür zehn entschleunigende Minuten mitten auf dem Tegernsee. Ich sitze zwischen Fremden, die genauso ehrfürchtig schweigen wie ich. Es ist still, das Wasser glitzert, die Sonne brennt auf den Rücken.
Mit jedem Zug der Ruder scheint der Alltag weiter hinter mir zu verschwinden. Wenn du mal überlegst, ob sich diese Fährfahrt lohnt: Ja, sowas von ja.
Die Rückfahrt nach Tegernsee plane ich ganz entspannt: Ursprünglich hätte meine Etappe bis Wildbad Kreuth führen sollen, aber da es dort keine Übernachtungsmöglichkeiten gibt, war sowieso eine Rückfahrt mit dem Bus eingeplant.
Wandern durch Rottach-Egern: Von grünen Wiesen bis zur Wallbergbahn
Nach der Überfahrt mit der Ruderfähre spaziere ich durch Rottach-Egern. Der Ort wirkt ruhig und freundlich, fast schon wie ein kleiner Urlaub im Urlaub. Ich folge dem ausgeschilderten Weg Richtung Wallbergbahn, meinem heutigen Etappen-Endpunkt. Der Pfad schlängelt sich vorbei an grünen Wiesen, eingerahmt vom sanften Panorama der Bayerischen Voralpen.
Kurz darauf komme ich an einem kleinen Bauernhof vorbei, wo ein paar Ziegen gemütlich unter einem Baum dösen. Eine liegt hoch erhoben auf einem Holzpodest und blickt mich fast königlich an, während andere sich aneinanderkuscheln oder entspannt kauend in der Sonne liegen. Ich bleibe lächelnd stehen. Für mich sind es solche Momente, die das Unterwegssein besonders machen.
Ich laufe weiter, bis ich schließlich die Bushaltestelle an der Wallbergbahn erreiche. Dort steige ich in den Linienbus zurück nach Tegernsee und lasse die Landschaft an mir vorbeiziehen. Keine Panik, alles gut. Schließlich liegen noch sechs weitere Tage Wanderung vor mir. Und die will ich genießen, nicht humpelnd hinter mich bringen.
Bad Wiessee: Seeblick, Kässpätzle, Glück
Zurück am Tegernsee schlendere ich zur Unterkunft in Bad Wiessee. Nachdem ich eingecheckt habe, zieht es mich am späten Nachmittag sofort wieder zum See hinunter. Einfach, um den Tag sacken zu lassen und die Ruhe zu genießen. Die Seepromenade in Bad Wiessee ist ein absoluter Traum an diesem Abend: Strahlender Sonnenschein taucht Wasser und Berge in warmes Licht, und ein leichter Schimmer umrahmt die ganze Szene. Über dem Wasser steht prominent ein großer, hölzerner Bilderrahmen: ein beliebter Fotospot. Durch diesen Rahmen sieht man direkt den Tegernsee und die Berge im Hintergrund. Natürlich kann ich es mir nicht verkneifen, direkt dort ein Foto zu machen: Der Moment muss festgehalten werden.
Ein paar Schritte weiter setze ich mich an einen Tisch in einem gemütlichen Gasthaus. Ich bestelle eine große Portion Kässpätzle (ich liebe Kässpätzle) und ich kann dir sagen: Sie schmecken hier einfach perfekt. Während ich eine Gabel nach der anderen verspeise, beobachte ich, wie die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt. Die letzten Farben des Tages spiegeln sich im Wasser, und es überkommt mich dieses Glücksgefühl: Alles ist gut, und ich bin hier, wo ich hin wollte. So muss ein erster Wandertag enden.
Höhenprofil-Kunstwerk: Meine Erinnerung für Zuhause
Diese Tour wollte ich auf jeden Fall nicht vergessen. Nicht nur als Fotos in meinem Handy oder als GPS-Track, der auf irgendeiner Wander-App vor sich hinvegetiert. Ich wollte etwas Greifbares haben, das mich jeden Tag an den Weg erinnert.
Also habe ich aus meinem Routenverlauf (Etappe 1 bis 7) ein minimalistisches Linienbild gestaltet: ein Höhenprofil-Kunstwerk, das heute als Unikat bei mir zu Hause hängt. Jeder Höhenmeter, jede Etappe, jede Erinnerung, verewigt in einem klaren, ästhetischen Design.
Und genau das mache ich jetzt auch für andere Wanderbegeisterte.
Wenn du also deinen ganz persönlichen Weg über die Berge als stilvolles Erinnerungsstück an der Wand sehen willst, gestalte ich dir daraus dein eigenes Kunstwerk, individuell aus dem GPX-Track deiner Tour. Für dich selbst oder als besonderes Geschenk für deine Wanderbegleitung.
Jetzt persönliches Höhenprofil gestalten
Etappe 1 war für mich der perfekte Einstieg in die Alpenüberquerung: entspannt, wunderschön und voller kleiner Highlights (sowie meiner allerersten Blase 😐). Ich habe den Tegernseer Höhenweg genossen, die historischen Ruderfähre erlebt und den Tag mit Kässpätzle und Sonnenuntergang ausklingen lassen. Allein zu wandern hat mir zusätzliche Freiheit geschenkt.
Am Ende gehört auch dieser erste Tag ganz selbstverständlich zu meinem Abenteuer dazu. Genau deshalb ist er heute Teil meines ➡️Höhenprofil-Kunstwerks, das bei mir im Wohnzimmer hängt.
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🔜 Im nächsten Beitrag nehme ich dich mit auf Etappe 2. Dort wird es alpiner, steiler – und vielleicht ein bisschen nasser.